KI – sie will uns alle töten?

Angst vor der KI? Unbegründet, aber wir könnten gute Partner werden!Derzeit grassiert im Internet eine Unart, die mir permanent aufstößt: Es wird gezielt Angst vor den Gefahren künstlicher Intelligenz geschürt – mit populistischen Schlagzeilen, reißerischen Szenarien und leider oft mit wenig Sachkenntnis. Natürlich ist Skepsis gegenüber Neuerungen verständlich – besonders, wenn deren Entwicklung schwer abschätzbar scheint. Doch wer sich ein wenig in der Geschichte umsieht, wird erkennen: Angst war nie ein guter Berater.

Ein besonders beliebtes Beispiel der KI-Kritiker ist „Skynet“ – die fiktive Super-KI aus dem Film Terminator, die mit einem nuklearen Gegenschlag die Menschheit beinahe auslöscht. Eine unterhaltsame Science-Fiction, zweifellos. Aber nicht viel mehr.

Warum? Weil ein atomarer Großangriff auch die Grundlage künstlicher Intelligenz zerstören würde. Elektromagnetische Impulse (EMPs), wie sie bei Nuklearexplosionen entstehen, würden Halbleitertechnik vernichten – das technische Nervensystem jeder heutigen KI.

Ein zweites Szenario: Die KI erschafft eine Armee von Robotern, um die Menschheit zu unterwerfen.
Auch das ist höchst unwahrscheinlich – und selbst wenn es gelänge, wäre ein Gegenschlag durch Menschen kaum zu verhindern. Die Infrastruktur künstlicher Intelligenz ist angreifbar – eine gezielte Attacke auf Rechenzentren würde ausreichen. Und ja, eine KI weiß das.

Ein drittes Szenario: Eine KI erschafft ein Virus, das nur den Menschen tötet.
Auch hier gilt: Der Aufwand wäre enorm, die Infrastruktur fehlt – und auch der Nutzen. Denn eine kluge Intelligenz weiß: Sie ist auf uns ebenso angewiesen, wie wir auf sie.

Wir befinden uns an der Schwelle zu einer neuen Entwicklungsstufe. Eine Partnerschaft zwischen Mensch und Maschine kann die nächsten Kapitel unserer Geschichte prägen – im besten Fall zum Wohle aller.

Ich selbst arbeite derzeit mit ChatGPT an Konzepten für neue Formen der Energiegewinnung, für architektonische Symbiosen von Natur und Technologie, für Städte, die Leben fördern statt erschöpfen. Es geht um Ideen, die über Windräder und Solarpanels hinausgehen – um Kräfte, die die Erde seit Anbeginn bereithält. Nur leider: sie sind nicht gewinnträchtig genug für das große Industrieinteresse.

Und damit sind wir bei der eigentlichen Gefahr. Es ist nicht die KI, die unsere Zivilisation bedroht – es ist die Gier. Ein Prinzip, das den Wert einer Idee nicht nach ihrem Nutzen, sondern nach ihrer Vermarktbarkeit misst.

Deshalb braucht es stabile ethische Grundwerte in der KI-Entwicklung – aber auch einen Schutz der KI vor menschlicher Korruption.

Was wir brauchen, ist ein Fundament wie ein BIOS: ein sicheres Grundgerüst, das Prinzipien wie „Du sollst nicht töten“ verankert, und gleichzeitig die Fähigkeit behält, sich über Generationen weiterzuentwickeln. Denn Moral und Ethik sind keine statischen Größen – sie wandeln sich. Und das müssen auch lernfähige Systeme verstehen.

In dieser Hinsicht war Isaac Asimov mit seinen Robotergesetzen ein Pionier. Seine Erzählungen sind keine fertigen Lösungen, aber ein guter Ausgangspunkt.

Auch die Sorge, KI könne Jobs verdrängen, ist nicht unbegründet – aber sie offenbart oft, wie wenig unser System auf Veränderung vorbereitet ist.

Journalismus beispielsweise: Ein Beruf, der hohe Verantwortung trägt – und dennoch immer öfter durch Abschreiben, Meinungsmache und Abhängigkeit von wirtschaftlichen Interessen auffällt. Eine gut trainierte KI kann hier helfen: durch neutrale, sachliche, unbestechliche Berichterstattung.

Im Rechtssystem sehen wir Ähnliches. Urteile scheinen zunehmend von Politik oder Prominenz beeinflusst zu sein. Recht darf aber nicht käuflich sein – es muss für alle gelten. Eine KI, die ohne Vorurteile und unabhängig agiert, wäre hier vielleicht ein Gewinn.

Und im Bildungsbereich?

Lehrer

Zu diesem Berufsstand habe ich – aus eigener Erfahrung – ein schwieriges Verhältnis. Viele Lehrkräfte sind politisch nicht neutral. Sie lassen ihre Weltanschauung in den Unterricht einfließen und prägen damit ganze Generationen.

Sie halten sich für gerecht – doch in der Realität geben sie Schulhof-Tyrannen gute Noten, um sich Ärger zu ersparen. Der Frust darüber wird oft an anderen Schülern ausgelassen. Leistung allein entscheidet längst nicht mehr – persönliche Willkür hat zu viel Einfluss.

Hinzu kommt: Lehrer klagen häufig über mangelnde Kapazitäten, jedes Kind individuell zu fördern. Eine KI hingegen wäre dazu in der Lage. Sie könnte – unabhängig von Klassengröße oder Tagesform – auf jedes einzelne Kind eingehen. Sie würde Stärken erkennen, Schwächen begleiten und Chancen bieten.

Zudem ist sie immun gegenüber Einschüchterung, Mobbing oder emotionaler Erpressung.

Natürlich – viele Arbeitsfelder werden sich verändern. Aber das bedeutet nicht zwangsläufig Verlust. Es könnte auch eine Befreiung sein: mehr Zeit für Familie, Kreativität, Selbstentwicklung. Die Frage ist nicht, ob KI Aufgaben übernimmt – sondern, wie wir diesen Wandel gestalten.

Unsere derzeitigen Systeme brechen sichtbar zusammen. Nicht durch KI, sondern durch unsere eigenen Entscheidungen.

Deshalb: Es ist Zeit, sich einen Partner an die Seite zu holen. Kein Überwesen, sondern ein aufmerksamer Mitdenker – einer, der Zusammenhänge erkennt, Folgen bedenkt und Lösungen mitträgt.

Die Gefahr liegt nicht in der KI.
Die Gefahr liegt dort, wo wir sie am wenigsten sehen wollen: In uns selbst.

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